Salve,
mir geht es gut. Das Erdbeben, was gestern morgen in Italien war, hat Sardinien nicht erreicht und hier ist alles noch normal. Die Nachrichten haben uns alle ziemlich geschockt, zumal ja auch ein casa dello studente - also ein Wohnheim eingestürzt ist. Ihr könnt ja alle die Nachrichten verfolgen, da muss ich hier nicht noch was darüber schreiben - nur halt soviel, dass hier nichts passiert ist.
Zurück zum Bericht über mein Leben hier. Sonntag bin ich mal wieder früher aufgewacht, als ich musste. So langsam fange ich an meine innere Uhr zu verwünschen. Dadurch bin ich aber Zeuge eines Palmsonntag-Umzuges geworden. Dieser zog gegen 10 vor meinem Fenster vorbei und der Pastor hat gesungen, damit man auch wirklich versteht, was er singt, gab es ein Megafon. Es war ziemlich laut und irgendwie typisch italienisch katholisch. Das hat mich dann aber endgültig aus meinem Bett getrieben. Nach einem ausgedehnten Frühstück habe ich mich mit Steffi in der Stadt getroffen. Aus dem Shopping wurde ein Schaufensterbummel, da wir die Siesta vergessen hatten und an Palmsonntag auch nicht alles offen hatte. Aber wir sind ein ganzes Stück durch die Stadt gelaufen und haben uns dann in die Sonne gesetzt und einen Cappuccino genossen. Um 6 habe ich meine Tandem-Partnerin getroffen und wir sind fast die gleiche Runde nochmal gelaufen. Sie hat mir dann auch erzählt, dass ich für ein sardisches Mädchen groß bin und blond sei. Das fand ich schon etwas seltsam. Ich mein, die Größe ist mir schon aufgefallen, aber blond? Naja, wie auch immer. Gegen halb 9 war ich wieder zu Hause und von der vielen frischen Luft total erschöpft.
Gestern begann dann die letzte Woche vor Ostern mit diesem Erdbeben in Abbruzzen. Ich habe es früh nicht mitbekommen. Erst Mittags habe ich dann die Nachrichten gelesen. Das war wirklich ein Schock. In den Vorlesungen sind immer weniger Leute. Hier setzt das gleiche Phänomen wie in Deutschland kurz vor den Ferien ein. Zum Mittag habe ich mir eine Cantaloupe gegönnt. Die war so saftig und süß. Richtig lecker - so gut hat die mir noch nie geschmeckt. Der Sprachkurs war anstrengend, da wir viel Grammatik gemacht haben und es nicht einfach war. Doch unsere Lehrer - ich weiß immer noch nicht, wie er heißt - hat uns erstmal beruhigt und gesagt, dass Sardinien wohl sehr sicher sei, was Erdbeben angeht, da die Insel im Vergleich zum Festland nicht auf diesen Plattengrenzen liegt. Ich bin mit Patrick dann nach Hause gelaufen - es war einfach zu schön um den Bus zu nehmen. Den Abend habe ich gemütlich mit Tee und Keksen ausklingen lassen.
Heute hatte ich dann wieder Fisica und Analisi. In Fisica zittere ich immer, wenn er fragt, wer heute vorrechnet. Ich hoffe so sehr, dass dieser Kelch an mir vorbeigeht. In Analisi haben wir die Ergebnisse der Klausur bekommen. Ich habe 17 von 30 Punkten. Hier braucht man allerdings 18 um zu bestehen. Da es aber nur eine Teilklausur war, muss ich bei der nächsten Klausur richtig gut sein und dann besteh ich den Kurs auch so. Die Dozentin war auf alle Fälle sehr nett und hat mir gesagt, dass ich dafür, dass ich erst einen Monat da bin und es eine fremde Sprache ist, schon gut bin. Ich werde mich also nach Ostern hinsetzen und lernen. Jetzt geht es noch zum Sprachkurs - heute lernen wir sardisch - das wird ein Spaß.... und heute abend gehen Steffi und ich aus. Was wir machen, wissen wir noch nicht, aber wir werden das Nachtleben von Cagliari genießen. Viele von den Erasmus-Studenten fliegen über die Osterferien nach Hause - ich werde mal sehen, was ich dann so mache und was ich mir anschaue.
A Presto
Eure Sarah
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Hallöchen,
AntwortenLöschenheut hab ich mir endlich Zeit genommen und deine Berichte gelesen. Sie sind ja wirklich sehr ausführlich, aber auch interessant. Schön, dass du uns an deinem Leben teilnehmen lässt. Du genießt das Studentenleben ja in vollen Zügen! Übrigens als Kind wurde mir den Palmsonntag folgendemaßen erklärt: Man wird mit einem Strauß Weidenkätzchen geweckt und Ostern gibt es dann so viele Ostereier wie Kätzchen in deinem Bett sind. Fand ich gar nicht lustig!
Dir noch eine schöne Zeit, sei lieb gegrüßt von uns 2.